Stellt man zum Beispiel für die 8 konvexen Deltaeder die wesentlichen Daten wie Zähligkeit, Ecken-, Kanten-, und Flächenzahl e, k, f dar, ergibt sich folgende Tabelle:
e 4 5 6 7 8 9 10 12
k 6 9 12 15 18 21 24 30
f 4 6 8 10 12 14 16 20
Sucht man nach Strukturen oder Zusammenhängen in dieser Tabelle, fällt z. B. auf, dass nur gerade Flächenzahlen, nämlich 4, 6, 8, 10, 12, 14, 16, 20 vorkommen. Die Flächenzahl 18 ist nicht dabei.
Der bedeutendste Zusammenhang liegt in der Tatsache, dass bei jedem Körper die Summe aus Ecken- und Flächenzahl die Kantenzahl um 2 übertrifft: e + f = k + 2
Dies ist die bekannte, auf den Schweizer Mathematiker Leonard Euler ( 1707 – 1783 ) zurückgehende Polyederformel, die allerdings meist in der Form
e – k + f = 2
geschrieben wird. Euler selbst gibt zu, dass er keinen schlüssigen Beweis für die Formel angeben kann (vgl.: Euler: LEMENTA DOCTRINAE SOLIDORUM, 1752).
Anschaulicher Beweis der Eulerschen Polyederformel
Von der Richtigkeit der Eulerschen Polyederformel kann man sich auf anschauliche Weise überzeugen: Baut man einen Deltaeder, z. B. einen Ikosaeder, schrittweise ab, und entfernt zunächst ein Dreieck, so erhält man ein vasen- oder schalenförmiges Gebilde. Da jetzt eine Fläche fehlt, gilt nur noch e – k + f = 1 .
Fährt man mit dem Abbauen fort und achtet darauf, dass das zu entfernende Dreieck jeweils vom Rand des schalenförmigen Gebildes weggenommen wird, so stellt man fest, dass nach jedem Schritt immer noch e – k + f = 1 ist. Zuletzt bleibt von dem Körper ein Dreieck, also ein Gebilde mit drei Ecken, drei Kanten und einer Fläche, übrig, für welches die Gleichung e – k + f = 1 offenbar gültig ist. Deshalb sind auch die vorigen Gleichungen gültig , und es ist insbesonders e – k + f = 2.

Die obigen Überlegungen kann man selbstverständlich auf jedes konvexe Deltaeder, auf die Platonischen Körper und allgemein auf jedes konvexe Polyeder übertragen, womit der Beweis beendet wäre.